Gemeindeentscheidung Schlag ins Gesicht für Behinderte.

Wir als IG SÖB Euerbach und alle Behinderte

 

 
bedauern zutiefst die einstimmige Ablehnung des Euerbacher Gemeinderates zu unserem Antrag zur Bestimmung eines Behindertenbeauftragten und die versagte Unterstützung bei der Erstellung eines Barriereatlases.

Wie der Vorsitzende Bürgermeister Arthur Arnold am 24.06.14 vor versammeltem Gemeinderat erläuterte, seien die Belange der Behinderten Mitbürger bereits bestens berücksichtigt. Zum einen tue die Gemeinde schon vieles und zum anderen gäbe es Organisationen im Ort, wie die Nachbarschaftshilfe, den VDK und die Kirchen die hier als Ansprechpartner fungieren könnten.
Wir sind der Meinung, dass die Gemeinde in der Vergangenheit bereits vieles umgesetzt hat, es trotz alledem einen festen Ansprechpartners bedarf, der auch bei Planungsprojekten mit einbezogen wird um Fehlplanungen wie zu steile Rampen oder wie im vergangen Jahr an der neu gebauten Treppe Seeweg / Am Taubenberg zu vermeiden. Dort endet der obere Gehweg ohne eine Möglichkeit barrierefrei auf die Fahrbahn zu gelangen.

Wir sind uns auch bewusst, dass nicht alle Barrieren beseitigt werden können, doch bei den Meisten ist dies ohne größeren Aufwand möglich und erhöht somit unter anderem die Sicherheit und die Attraktivität unserer Gemeinde, es bedarf hier nur des guten Willens.

Als Behinderungen sind da Gehwege die ein seitliches Gefälle aufweisen, das diese durch Rollstuhlfahrer nicht genutzt werden können, fehlende abgesenkte Bordsteine, die zum unüberwindlichen Hindernis werden. Durch Büsche und Sträucher zu gewucherte Gehwege, parkende Autos die rücksichtslos auf den Gehsteigen abgestellt werden, dass selbst einzelne Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen müssen.
Als neuralgischer Bereich ist hier die stark befahrene Ortsdurchfahrt von Euerbach zu nennen. Besonders hier sollten unsere Gemeinderatsmitglieder incl. Bürgermeister Arthur Arnold mit gutem Beispiel vorangehen.

• für Fußgänger sind diese Hindernisse ärgerlich,
• für Eltern mit Kinderwagen und Personen mit Rollator wird es zum unnötigen Hindernis,
• für Rollstuhlfahrer wird es gefährlich und
• für Behinderte mit Sehverlust lebensgefährlich, wenn diese auf die Fahrbahn müssen.

Aus zahlreichen Gesprächen mit Gemeindebewohnern wissen wir, dass sich viele Einwohner Euerbachs als Behindertenbeauftragten die Ratsmitglieder Ursula Guggenbichler und Gerhard Müller vorstellen könnten.
Ferner wurde mit einem äußerst fragwürdigen Argument die Unterstützung für unseren Barriereatlas abgewiesen. Als Begründung gab Bürgermeister Arnold ein nicht genau definiertes Ziel des Antrags an.
In unserem Antrag vom 22. Mai diesen Jahres verwiesen wir für weitere Informationen auf unseren Internetauftritt IG SÖB Euerbach für soziale und ökologische Belange in Euerbach http://soeb.sandmann-hn.de in diesem sind die Ziele für einen Barriereatlas definiert.
Des Weiteren hätten wir uns bei solch einem wichtigen Thema gewünscht unser Projekt vor dem Gemeinderat vorstellen zu dürfen.

Was ebenfalls zu denken gibt, ist die Tatsache, dass der gesamte Gemeinderat ohne jegliche Nachfrage und Einwände dem Antrag des Vorsitzenden Arthur Arnold, unsere Anträge abzulehnen, zustimmte.
Ferner sind Äußerungen des Bürgermeisters Arthur Arnold, wie „wir hatten Jahre lang einen Behinderten, der ist die Stufen immer hoch gekommen, das wirst du wohl auch schaffen“ ( 3 Stufen zum Sitzungssaal im Rathaus Euerbach) völlig geschmacklos und ein Schlag ins Gesicht für jeden Behinderten und zeigt zudem den Stellenwerte den Menschen mit Handicap haben.

In diesem Zusammenhang möchten wir die Gemeinde Euerbach und deren Vertreter auf das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG) hinweisen.

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