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Ortsdurchfahrt Obbach feierlich eröffnet

Euerbacher Gemeindevertreter feiern die optische Dorferneuerung von Obbach.


Am 15. Oktober 2016 fand in Obbach die feierliche Einweihung der neu gestalteten Ortsdurchfahrt statt.
Geladene Gäste wie Innenstaatssekretär Gerhard Eck und
Landrat Florian Töpper lobten die  gelungene Ausführung mit Modellcharakter.

In der Tat ist die Dorferneuerung aus rein optischer Sicht gelungen.

Nur optisch deshalb, weil hier für Senioren und Behinderte neue Barrieren geschaffen wurden.

Da hat man eine „Barrierefreie Bushaltestelle“ gebaut welche durch die Auffahrt mit 12 % Steigung faktisch für Rollatoren und Rollstühle nicht zu bezwingen ist.

Bushaltestelle nicht für alle erreichbar! 12% statt 6 %
Bushaltestelle nicht für alle erreichbar! 12% statt 6 %

Für die Wege wurde Betonpflaster gewählt, was an sich in Ordnung ist. Doch durch den gewählten Fugenabstand von 1 cm ist die erhoffte Barrierefreiheit wieder dahin.

Neue Barriere dank zu großem Abstand
Neue Barriere dank zu großem Abstand

Fehlende Bordsteinabsenkungen zwingen Alte und Behinderte auf die Fahrbahn. Immerhin wurde mindestens eine Stelle nach Veröffentlichung auf dieser Seite mit viel Aufwand nachgebessert.

Obbach fehlende Bordsteinabsenkung
Obbach fehlende Bordsteinabsenkung
Obbach: Nach Artikelveröffentlichung. Bordstein mit Absenkung. Augenommen am 07.08.2016.
Obbach: Nach Artikelveröffentlichung. Bordstein mit Absenkung. Augenommen am 07.08.2016.

Auf die besonderen Belange der Sehbehinderten und blinden Bürger wurde nur an der „Behindertengerechten Bushaltestelle“ eingegangen. Leider ist sie für Menschen mit Gehbehinderung praktisch nicht erreichbar.
Mehrfach angebotene fachliche Hilfe wurde regelmäßig abgelehnt.
Aus Sicht der Barrierefreiheit wurde hier die Dorferneuerung verpatzt. Es wurden für die nächsten Jahrzehnte Fakten geschaffen.
Fakten über die sich die Bürger von Obbach noch sehr lange ärgern werden.

 

1. Runder Tisch ohne Behindertenbeauftragten aus Euerbach

1. „Runder Tisch“ zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Landkreis Schweinfurt



Am 28.04.2016 fand der 1. „Runder Tisch“ zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Landkreis Schweinfurt im hiesigen Landratsamt statt.
Neben den bestellten Behindertenbeauftragten der Landkreisgemeinden waren auch Vertreter der verschiedensten Behindertenverbände anwesend um über die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention zu beraten.
Nach einer Begrüßung durch den Landrat Herrn Töpper und dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Herrn Bonengel wurden die Vertreter der Behindertenverbände Selbsthilfegruppe „Hörgeschädigte“ durch Frau Weickert,  der Bayrischen Blindenbund vertreten durch Herrn Hennlich, Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. durch Herrn Sandmann , sowie der Offenen Behindertenarbeit (OBA) durch die Herrn Rupp und Stiller begrüßt. Außerdem wurden die Vertreterin der Lebenshilfe Schweinfurt Frau Höller sowie die Leiterin Frau Eberle der Freiwilligenagentur Gemeinsinn vorgestellt.

Eine rege Diskussion schloss sich an, bei der Probleme und Erfolge in den Gemeinden ausführlich besprochen wurden. Einen nicht unerheblichen Teil der Zeit beanspruchte die Diskussion um den desolaten Umgang mit dem Thema in der Gemeinde Euerbach. Das Fehlen der beiden Behindertenbeauftragten der Gemeinde Euerbach trug seinen Teil bei. Es wurden Strategien besprochen um die Barrieren in den Köpfen mancher Entscheidungsträger ab zubauen. Festgestellt wurde ebenfalls, dass ein Behindertenbeauftragter der Gemeinden nicht zwangsläufig mit dem Amt als Gemeinderat verbunden sein muss. Weiter wurde erkannt, dass ein Beauftragter für die Belange der Behinderten idealerweise selbst behindert oder einen direkten Bezug zu Behinderten vorweisen sollte. Wie der Kollege aus der Gemeinde Niederwerrn erläuterte sind nach Zahlen des statistischen Landesamtes 11 % der Bevölkerung schwerbehindert, d. h. mit einem Grad der Behinderung von 50 bis 100. Das Ganze auf die Gemeinde Euerbach umgerechnet sind dies bei einer Einwohnerzahl von 3000 immerhin 330 Menschen für die eine Inklusion bzw. Barrierefreiheit für eine Teilhabe am Leben notwendig ist.
Ferner erläuterte der Kollege Stiller von der offenen Behindertenarbeit der Diakonie, die Notwendigkeit der Schaffung von Barrierefreiheit selbst für einen einzelnen Bürger. In den Gemeinden Gochsheim und Bergrheinfeld wird dies wie die beiden Behindertenbeauftragten Frau Scherpf und Herr Widmaier bezeugten, mit Erfolg getan.

Die Notwendigkeit für regelmäßige Treffen wurden von allen Seiten erkannt und begrüßt.

Leider glänzten wie zu erwarten die beiden eingeladenenBehindertenbeauftragten der Gemeinde Euerbach Frau Gerstner und Herr Müller durch Abwesenheit, was aufzeigt, dass der Allgemeinmediziner Gerhard Müller die für diesen Posten nötige Zeit nur schwerlich aufbringen kann. Über den Grund des fern bleibens von Frau Gerstner kann nur spekuliert werden. Auf alle Fälle zeigt es den Stellenwert von immerhin 11 Prozent der Bevölkerung auf.

gez:
Norbert Sandmann
Ansprechpartner zu Fragen zur Behinderung und Barrierefreiheit
Behindertenberater des BRK
Vorstandsmitglied Selbsthilfe Körperbehinderter Schweinfurt e. V. im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V.