Schlagwort-Archive: Verena Gerstner

Fremdbestimmt

Euerbach lebt in einer vergangenen Zeit, in der Zeit der fremdbestimmten Fürsorge.

Wann verstehen die Euerbacher Gemeindeverantwortlichen die Bedeutung Barrierefrei?

Bereits im November 2016 informierte die Behindertenbeauftragte Frau Gerstner den Gemeinderat über die Ortsbegehung des VDK.
Unter Anderem forderte der VDK automatisch öffnende Türen im Rathauseingang.

Anstatt die notwendigen elektrischen Türöffner zu installieren, hat die Gemeinde nach fast 16 Monaten doch tatsächlich eine billigere Lösung gefunden und auch gleich umgesetzt. Man brachte am Briefkasten einen Zettel an auf welchem ein Rollstuhl,- und ein Kinderwagensymbol mit der Aufschrift
„Wir helfen ihnen gerne Bitte klingeln“ steht!

Hinweis "Wir helfen ihnen gern! Bitte klingeln"
Hinweis „Wir helfen ihnen gern! Bitte klingeln“

 

Das sicherlich nett gemeinte „Hilfsangebote“, das der Epoche des fremdbestimmten Fürsorge-Zeitalters entspricht, passt nicht in das Zeitalter einer Menschenrechtskonvention.
Es wäre an der Behindertenbeauftragten Frau Verena Gerstner den Bürgermeister Herrn Arthur Arnold hierüber aufzuklären.

 

Verpatzte Dorferneuerung in Obbach

In den Jahren 2015 und 2016 wurde sehr viel Geld für die durchaus notwendige Dorferneuerung von Obbach (Gemeinde Euerbach) in die Hand genommen. Man versuchte den Ort attraktiver zu gestalten, was auch zum Teil gelang.



Leider wurden hierbei allerdings die Anforderungen für eine Barrierefreiheit wieder einmal falsch interpretiert.

Die Gehwege entlang der Sulzthaler Straße / Schweinfurter Straße haben es nämlich in sich.

Obwohl bereits im Jahr 2014 mehrmals im Gespräch mit Bürgermeister Arthur Arnold und dem Seniorenbeauftragten Gerhard Müller angesprochene Thema Gehwege für Rollstuhlfahrer, Benutzer von Rollatoren und Menschen mit anderen Mobilitätseinschränkungen wurden hier die gleichen Fehler wie in der Nachbargemeinde Niederwerrn gemacht und noch schlimmer, es wurden an zahlreichen Einmündungen entlang  der Sulzthaler-, Schweinfurterstr. keine Gehwegabsenkungen verbaut,

Keine Absenkung für Rollstuhlfahrer Euerbach OT Obbach, Sulzthaler- / Greßthaler- / Schweinfurterstraße
Keine Absenkung für Rollstuhlfahrer Euerbach OT Obbach, Sulzthaler- / Greßthaler- / Schweinfurterstraße

 

Euerbach OT Obbach für Rollstuhlfahrer unüberwindliche Barriere
Euerbach OT Obbach für Rollstuhlfahrer unüberwindliche Barriere

Ein Befahren dieser Bereiche für Rollstuhlfahrer auf der Fahrbahn ist somit unausweichlich.

Vom Seniorenbeauftragten Müller wurde zwar auf die Ausführung in Bezug auf Rutschhemmung, Kantenmaße usw. großer Wert gelegt, doch hat man, offensichtlich um Steine zu sparen einen Abstand zwischen den Pflastern von 1 cm gewählt.

Neue Barriere dank zu großem Abstand
Neue Barriere dank zu großem Abstand
Euerbach OT Obbach Pflasterverlegung: Hindernis für Rollstuhlfahrer und Rollatoren
Euerbach OT Obbach Pflasterverlegung: Hindernis für Rollstuhlfahrer und Rollatoren

Wodurch sich die erhoffte Barrierefreiheit wieder relativiert. Der von Fachleuten empfohlener Abstand betragt 0,0 cm bis 0,5 cm um zum einen die Erschütterungen zu minimieren und zum Anderen um Auswaschungen die Zwangsläufig bei größeren Fugenmaßen im Laufe der Zeit entstehen zu vermeiden. Zum Weiteren werden für barrierefreie Wege generell Platten mit den Maßen 25 x 25 cm empfohlen.

Beispiel gelungener Integration von barrierefreien Wegen. Gesehen in Schweinfurt-Altstadt Am Schrotturm
Beispiel gelungener Integration von barrierefreien Wegen. Gesehen in Schweinfurt-Altstadt Am Schrotturm
Pflasterverlegung nach barrierefreiem Standard
Pflasterverlegung nach barrierefreiem Standard

In Obbach wurde zwar eine barrierefreie Bushaltestelle eingerichtet mit den entsprechenden Bodenindikatoren für sehbehinderte Mitbürger.

Bushaltestelle nicht für alle erreichbar! 12% statt 6 %
Bushaltestelle nicht für alle erreichbar! 12% statt 6 %

Doch wie kommt ein schwacher Rollstuhlfahrer die 12 % ige Steigung zu der Bushaltestelle hoch? Für das Prädikat Barrierefrei dürfte diese nicht mehr als 6 Prozent betragen. Nun kann man sagen geht nicht anders nur dass das den Betroffenen nicht weiter hilft. Auch hier hätten sich die Verantwortlichen ein paar Gedanken mehr machen müssen z. B. die Haltestelle an einem anderen Platz einrichten.

Hätten sich die Gemeindeentscheider einmal nach Niederwerrn in den Ortsteil Oberwerrn begeben und sich dort mit den Betroffenen zu unterhalten, hätten sie sehr schnell gemerkt, dass sehr viele Menschen mit Gehbehinderung ( Rollator, Rollstuhl) die Fahrbahn als Gehweg benutzen, da die Erschütterungen durch den großen Abstand der identischen Steine wie in Obbach zu sehr ihr Fortkommen behindern. Des weiteren hätten sie feststellen können, das ein Winterdienst, durch die Größe der Fugen nur schwerlich umzusetzen ist und es in Folge, in der glatten Jahreszeit immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt. Hier werden die Anlieger in Zukunft ihre wahre Freude haben.

Der einzige Unterschied zwischen den Gemeinden Oberwerrn und Obbach ist der, dass es sich in Oberwerrn um keine Durchgangsstraße handelt und die Bürger die Fahrbahn relativ ungefährdet benutzen können.

Dagegen handelt es sich in Obbach um eine Durchgangsstraße mit vielen Kurven,

Euerbach OT Obbach enge Ortsdurchfahrt neben neuem erschütterungsbehafteten Gehweg
Euerbach OT Obbach enge Ortsdurchfahrt neben neuem erschütterungsbehafteten Gehweg
Euerbach OT Obbach, Kurvenreich mit Holperpflaster
Euerbach OT Obbach, Kurvenreich mit Holperpflaster

was eine Benutzung der Fahrbahn an sich schon ausschließt. Es sei den man hält es so wie die Euerbacher stellv. Seniorenbeauftragte (Behindertenbeauftragte) Frau Verena Gerstner, die allen Ernstes in der Gesprächsrunde am 04.12.2014 im Rathaus mir gegenüber verlautbarte, es sei doch gut wenn ich mit meinem Rollstuhl die Fahrbahn der Euerbacher Hauptstraße benutzen müsste, denn dann müssten auch die Autos langsam durch den Ort fahren. Genau hier hat sich Frau Gerstner als Vertreterin der Senioren und Behinderten selbst disqualifiziert

Würden unsere Vertreter der Gemeinde Euerbach den Leitfaden der Bayrischen Staatsregierung „Die barrierefreie Gemeinde“

Bayerischer Leitfaden: Die barrierefreie Gemeinde
Bayerischer Leitfaden: Die barrierefreie Gemeinde

einmal ansehen so würden sie u. a. auf folgende Definition (s. 8) der Barrierefreiheit stoßen:

Barrierefreiheit ist keine Sondermaßnahme für Menschen mit Behinderung, Barrierefreiheit schafft Lebensqualität für Alle.

  • in der allgemein üblichen Weise,
  • ohne besondere Erschwernis und
  • grundsätzlich ohne fremde Hilfe
  • zugänglich und nutzbar sind.“ (Art. 4 BayBGG)

Schon heute sind etwa 10% der Bevölkerung zwingend auf Barrierefreiheit angewiesen. Angesichts der demografischen Entwicklung wird der Anteil in den nächsten Jahren noch deutlich ansteigen. (Quelle: Die barrierefreie Gemeinde S. 8)

Ferner könnten Sie sehen, das der von mir bereits 2014 erstellte und von den Räten bekämpfte Barriereatlas eine von vielen Voraussetzungen für eine bürgerfreundliche Zukunft der Gemeinde ist.

Die Schaffung von Barrierefreiheit ist auch eine Investition in die Zukunft der Städte und Gemeinden: Um möglichst eigenständig leben zu können, sind ältere Menschen mit Einschränkungen nicht nur auf geeignete Rahmenbedingungen in der eigenen Wohnung angewiesen. Von besonderer Bedeutung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter sind vor allem die Erreichbarkeit und Nutzbarkeit von Versorgungsangeboten und Dienstleistungen . Aktuelle Bevölkerungsvorausberechnungen gehen bis 2032 von einem Zunahme der über 75-Jährigen um mehr als 40% im Vergleich zu 2012 aus. (Quelle: Die barrierefreie Gemeinde S. 9)

Im Resümee ist festzustellen, dass hier wieder für sehr viel Geld neue Barrieren geschaffen wurden und die Gemeindevertreter viel Zeit und Engagement in die Verhinderung einer bürgerfreundlichen und zukunftsweisenden Ortschaft investieren. Auf der einen Seite legt der Gemeinderat wert darauf nach außen als Behindertenfreundlich da zu stehen und nimmt dies auch noch in in seine Agenda auf und auf der anderen Seite wird genau entgegen gesetzt gehandelt.
Liebe Rätinen und Räte wo bleibt hier ihre Glaubwürdigkeit?

Die beiden Vertreter der Behinderten und Senioren Müller und Gerstner täten gut daran, um weiteren Schaden von der Gemeinde fern zuhalten und den Weg für eine lebenswerte Zukunft zu ebnen, wenn sie ihre entsprechenden Ämter niederlegen würden.

Eine Überprüfung der Causa Euerbach, durch den zuständigen Sozialverband steht noch aus.

Weitere Reaktionen auf dem Nachrichtenportal

gez:
Norbert Sandmann
Ansprechpartner zu Fragen zur Behinderung und Barrierefreiheit
Behindertenberater des BRK
Vorstandsmitglied Selbsthilfe Körperbehinderter Schweinfurt e. V. im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V.Behindertenportal http://handicap-na-und.de

1. Runder Tisch ohne Behindertenbeauftragten aus Euerbach

1. „Runder Tisch“ zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Landkreis Schweinfurt



Am 28.04.2016 fand der 1. „Runder Tisch“ zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Landkreis Schweinfurt im hiesigen Landratsamt statt.
Neben den bestellten Behindertenbeauftragten der Landkreisgemeinden waren auch Vertreter der verschiedensten Behindertenverbände anwesend um über die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention zu beraten.
Nach einer Begrüßung durch den Landrat Herrn Töpper und dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Herrn Bonengel wurden die Vertreter der Behindertenverbände Selbsthilfegruppe „Hörgeschädigte“ durch Frau Weickert,  der Bayrischen Blindenbund vertreten durch Herrn Hennlich, Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. durch Herrn Sandmann , sowie der Offenen Behindertenarbeit (OBA) durch die Herrn Rupp und Stiller begrüßt. Außerdem wurden die Vertreterin der Lebenshilfe Schweinfurt Frau Höller sowie die Leiterin Frau Eberle der Freiwilligenagentur Gemeinsinn vorgestellt.

Eine rege Diskussion schloss sich an, bei der Probleme und Erfolge in den Gemeinden ausführlich besprochen wurden. Einen nicht unerheblichen Teil der Zeit beanspruchte die Diskussion um den desolaten Umgang mit dem Thema in der Gemeinde Euerbach. Das Fehlen der beiden Behindertenbeauftragten der Gemeinde Euerbach trug seinen Teil bei. Es wurden Strategien besprochen um die Barrieren in den Köpfen mancher Entscheidungsträger ab zubauen. Festgestellt wurde ebenfalls, dass ein Behindertenbeauftragter der Gemeinden nicht zwangsläufig mit dem Amt als Gemeinderat verbunden sein muss. Weiter wurde erkannt, dass ein Beauftragter für die Belange der Behinderten idealerweise selbst behindert oder einen direkten Bezug zu Behinderten vorweisen sollte. Wie der Kollege aus der Gemeinde Niederwerrn erläuterte sind nach Zahlen des statistischen Landesamtes 11 % der Bevölkerung schwerbehindert, d. h. mit einem Grad der Behinderung von 50 bis 100. Das Ganze auf die Gemeinde Euerbach umgerechnet sind dies bei einer Einwohnerzahl von 3000 immerhin 330 Menschen für die eine Inklusion bzw. Barrierefreiheit für eine Teilhabe am Leben notwendig ist.
Ferner erläuterte der Kollege Stiller von der offenen Behindertenarbeit der Diakonie, die Notwendigkeit der Schaffung von Barrierefreiheit selbst für einen einzelnen Bürger. In den Gemeinden Gochsheim und Bergrheinfeld wird dies wie die beiden Behindertenbeauftragten Frau Scherpf und Herr Widmaier bezeugten, mit Erfolg getan.

Die Notwendigkeit für regelmäßige Treffen wurden von allen Seiten erkannt und begrüßt.

Leider glänzten wie zu erwarten die beiden eingeladenenBehindertenbeauftragten der Gemeinde Euerbach Frau Gerstner und Herr Müller durch Abwesenheit, was aufzeigt, dass der Allgemeinmediziner Gerhard Müller die für diesen Posten nötige Zeit nur schwerlich aufbringen kann. Über den Grund des fern bleibens von Frau Gerstner kann nur spekuliert werden. Auf alle Fälle zeigt es den Stellenwert von immerhin 11 Prozent der Bevölkerung auf.

gez:
Norbert Sandmann
Ansprechpartner zu Fragen zur Behinderung und Barrierefreiheit
Behindertenberater des BRK
Vorstandsmitglied Selbsthilfe Körperbehinderter Schweinfurt e. V. im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V.

Euerbach: Barrierefreiheit als Leitziel

Leitziel

 

 
Unsere nachhaltige Forderung nach Barrierefreiheit hat im neuen Leitbild von Euerbach seinen Platz gefunden.

War die Gemeinde vor noch einem Jahr der Meinung sie täte schon genug und es sei alles zufriedenstellend.

Nun hat das Fünfergespräch welches am 4.12. vergangenen Jahres im Rathaus stattfand, bei dem neben Bgm. Artur Arnold und GR Bernd Schraut auch die beiden Seniorenbeauftragten Gerhard Müller und Verena Gerstner anwesend waren, Früchte getragen und ein Umdenken bewirkt.

Unter dem Punkt Wohn- und Lebensqualität, steht u. a. Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.

Bleibt nur zu hoffen, das die beiden Seniorenbeauftragten sich die nötigen Informationen an kompetenter Stelle holen und die nötigen Verbesserungen aus Sicht der Betroffenen sehen.